In Gedenken an den früheren 1. Vorsitzenden Johannes Kaps

Kinderhilfe Poltawa ein Herzens Hifsprojekt von „Gemeinsam helfen auf den Fildern e.V.“

Unser gemeinnütziger eingetragener Verein  “Gemeinsam helfen auf den Fildern e.V.”
hat vor über 30 Jahren begonnen, erfolgreiche Hilfe in der ukrainischen Filder-Partnerstadt Poltawa zu leisten.

Während zu Beginn unserer humanitären Hilfe, bei damals relativ hohem Spendenaufkommen, neben der Städtischen Kinderklinik Poltawa auch die Neurologie und Intensivstation der regionalen Kinderklinik sowie die Tuberkulose-Kinderklinik unterstützt wurden, hat sich unsere Hilfe durch den 2019 verstorbenen 1. Vorsitzenden Johannes Kaps in den letzten Jahren auf die Städtische Kinderklinik konzentriert.

Vom Jahr 1990 bis 2002 haben wir jedes Jahr mit einem verplombten Sattelzug direkt die mit ukrainischen Ärzten abgesprochenen Medikamente und medizinischen Waren in die Kinderkliniken geliefert. Unsere Ansprechpartner waren schon immer die behandelnden Ärzte vor Ort.

Wegen schwierigen Zollformalitäten kauften wir seit 2002 Medikamente direkt in der Ukraine.
Der Schwerpunkt unseres Hilfsprojekte „Kinderhilfe- Poltawa“  war von Beginn an die Hämatologie/Onkologie, die für die gesamte Region zuständig ist. Meistens wurden 25 Mädchen und Buben, die an Anämie, Leukämie oder Krebs erkrankt sind, akut behandelt. In der Klinik sind 22 moderne Infusomaten und Spritzenpumpen mit Nadeln, Spritzen und Leitungen, alle von “Gemeinsam helfen auf den Fildern e.V”.

© 1990 Johannes Kaps beim entladen der Medikamente in Poltawa/Ukraine

Kinderklinik in Poltawa

Die Städtische Kinderklinik Poltawa zählt zu den Lehrkrankenhäusern der Medizinischen Akademie. Die Klinik mit rund 340 Betten liegt im Stadtteil Levada, einem reinen Wohngebiet mit vielen Hochhäusern. Das Gebäude wurde vor rund 30 Jahren gebaut und beherbergt die Abteilungen Aufnahme, Infektion, Diagnostik, Chirurgie, Lungen, Traumatologie, Endokrinologie mit Diabetes, Hals-Nase-Ohren (HNO), Augen, Infektion, Intensiv-Station und Frühgeborenen-Abteilung.

Mit Ihren Spenden haben wir in den letzten Jahren in Absprache mit den behandelnden Ärzten vor Ort lebenswichtige Medikamente gekauft und diese direkt in die zuständige Abteilung gesendet. Sowohl in der Station als auch bei der Oberschwester der Gesamtklinik wurde alles geprüft, unterschrieben und registriert, sodass alles rechtens ist. Die abgezeichneten Dokumente erhielt der Vorsitzende und Projektleiter des Hilfsprojekt Kinderhilfe Poltawa ausgehändigt, um sie dem Finanzamt Stuttgart-Körperschaften zur jährlichen Kontrolle vorlegen zu können. Eine Kopie blieb in der Kinderklinik

Die ukrainische Regierung bestätigte, dass wir jederzeit die Hilfs-Lieferungen in der Klinik prüfen können. Aber das war bisher auch ohne Bestätigungen von Behörden problemlos möglich.

Die teuerste Investition für die Klinik war der Kauf eines Ultraschallgeräts mit zwei Schallköpfen. Das Gerät wurde in Ulm gebaut und von einem Philips-Techniker in der Kinderklinik installiert, mit Garantie und der Betreuung in der Ukraine. Auch zwei EKG-Geräte, computergesteuerte Infusomaten aus Deutschland und Pulsoxymeter leisten in mehreren Stationen, auch außerhalb der Hämatologie/Onkologie, wichtige medizinische Dienste.

Hämatologie / Onkologie in der Kinderklinik Poltawa

Die Hämatologie/Onkologie in der Kinderklinik Poltawa wurde nach der Reaktor-Katastrophe in Tschernobyl aufgebaut. Die mehr östlich gelegene Stadt Poltawa war zwar zunächst nicht direkt betroffen, weil beim Super-GAU der Wind die tödlichen Strahlen mehr in nördlicher Richtung wehte. Doch bei der Bekämpfung der Katastrophe wurden auch Brigaden, oft ohne wirksame Schutzkleidung, aus der Stadt und Region Poltawa am zerborstenen Reaktor eingesetzt.


Niemand hatte den überlebenden Helfern und Einsatzkräften damals deutlich erklärt, dass werdende Väter und Mütter bei der Zeugung von Kindern die gefährlichen Atomstrahlen übertragen und das Erbgut des Nachwuchses schädigen können. Zudem wurden auch zahlreiche Familien aus den verstrahlten Gebieten in die benachbarte Region Poltawa, die an den Oblast Kiew grenzt, umgesiedelt.


Das Ergebnis: Die Zahl der an Krebs, Anämie und Leukämie erkrankten Kinder stieg deutlich an. Zuerst hatten die Tumor- und Leukämie- Patienten sehr wenig Chancen auf Heilung. Erst als die behandelnden ukrainischen Ärzte ihren Kollegen vom Olgahospital in Stuttgart über die Schulter schauen konnten und später in Kiew öfter von Spezialisten aus Mitteleuropa über die neuesten, modernen Behandlungs-Methoden informiert wurden, kletterte die Heilungsrate deutlich an.

Hier waren wir, der Verein „Gemeinsam helfen auf den Fildern e.V.“  dank der vielen Spenden sofort im Einsatz und konnten das Hilfsprojekt Kinderhilfe Poltawa ins Leben rufen.  In unserer Bildergalerie sehen Sie, wer sich alles mit uns gemeinsam dafür eingesetzt hat.

Auch der verstorbene frühere Oberbürgermeister Dr. Peter Bümlein zeigte stets vollen Einsatz und hat uns bei den Spendensammlungen tatkräftig unterstützt. Im Januar und Mai 1990 begannen wir mit der Lieferung von speziellen Medikamenten und medizinischen Geräten. Bis zum heutigen Tag konnten wir gemeinsam mit unserem lieben Spender/innen viele Leben retten.

Humanitäre Suppenküche bei der Makar Kirche

Die Unterstützung der Kinderkliniken mit Medikamenten und medizinischen Geräten zu versorgen, war immer der Schwerpunkt der Kinderhilfe- Poltawa von „gemeinsam helfen auf den Fildern e.V.“  Seit rund zehn Jahren unterstützt der gemeinnützige Verein “Gemeinsam helfen” auch die armen Menschen in der ukrainischen Filder- Partnerstadt Poltawa mit unserer humanitären Suppenküche die vom 1. Advent bis zum ukrainischen Osterfest laden immer Sonntag bei der Makar-Kirche zu finden war. Auf dem Hof des Gotteshauses wurden in einem alten umgebauten Bauwagen vier Gasofen und eine kleine Küche installiert, wo die einfachen Speisen zubereitet und gekocht werden können.

Durch Spendengelder finanziert wurden bereits im Herbst, wenn Kartoffeln, Kraut und Karotten noch preisgünstig sind, ein Vorrat für mehrere Wintermonate eingekauft und sicher gelagert. Der Rest wurde immer am Wochenende im großen Gemüse- markt besorgt. Den Einkauf und das Kochen organisierte seit einigen Jahren ein sehr zuverlässiges Ehepaar. Bei der Verteilung der Suppe am Sonntag gegen 12:30 Uhr war stets ein ehrenamtliches Helfer-Team von etwa zehn Frauen und Männern vor Ort. Je nach Witterung, waren etwa 120 bis 300 hungrige Menschen überwiegend ältere Frauen und Männer, denen Ihre schmale Rente nicht fürs Leben reicht zu Gast.  Für Obdachlose war es oft die einzige Mahlzeit während der gesamten Woche.Das sehr einfache Mittagessen wurde im Freien verteilt. Es gab meistens die traditionelle Krautsuppe, sehr viel Buchweizen, etwas Salat, heißen Tee und 25 Laibe Brot. Aus hygienischen Gründen wurde Einmal-Geschirr verwendet.

Kinder wurden immer bevorzugt behandelt und manchmal gab es als Nachspeise auch einen Apfel oder sogar ein paar Lebkuchen was das Kinderherz zum Strahlen brachte.
Unser Hilfsprojekt “Suppenküche” wurde von unserem Verstorbenen 1. Vorsitzenden Johannes Kaps persönlich koordiniert, kontrolliert, vorfinanziert und später genau abgerechnet. In all den Jahren war er anwesend und hat auch selbst geholfen Mahlzeiten zu verteilen. Gemeinsam helfen auf den Fildern e.V. hat das Hilfsprojekt Suppenküche bis zum Winter 2019/2020 durch Spendengelder finanziert.

Anfang 2020 wurde uns mitgeteilt, dass für die Suppenküche in Poltawa keine Hilfe mehr benötigt wird, da sehr wohlhabende Landsleute jetzt das Projekt finanzieren.  Unsere Kontaktperson sagte: „Wir wissen aber nicht wie lange diese Finanzierung stattfindet und wir würden bei Bedarf von erneuter Unterstützung sehr gerne wieder auf „Gemeinsam helfen auf den Fildern e.V.“ zukommen."

Wir freuen uns sehr über die Hilfe der wohlhabenden Landsleute für deren sozial schlechter gestellten Mitmenschen.